| wie geplant, versuche ich die zur Verfügung
stehende Zeit zum Üben des Rückenflugs zu nutzen. Es geht langsam voran.
Inzwischen habe ich immerhin soviel Sicherheit erreicht, dass keine akute
Absturzgefahr mehr besteht. Die üblichen Flüge sehen so aus:
Kurzer normaler Rundflug. Recht hinaufsteigen, umdehen und Fahrt
aufnehmen. Vor mir nach links fliegen und links einen halben Looping in
den Rückenflug. Dann von links nach rechts im Rückenflug. Je nach Laune
und Nerven mache ich dann eine oder mehrere Kurven und versuche ein paar
Achten am Rücken zu fliegen. Das gelingt mal besser, mal schlechter, je
nach Verfassung des Piloten. Wenn irgendwas nicht stimmt, breche ich
sofort ab. Im August habe ich noch eine weitere Figur begonnen. Ich fliege
schnell geradeaus und rolle den Hubi auf den Rücken. Dann versuche ich
weiter geradeaus zu fliegen und danach mit einem halben Außenlooping
wieder in Normalfluglage zu kommen.
Mit dem Rückenschweben bin ich noch nicht viel weiter gekommen. In ca.
30m Höhe kann ich einigermassen stabil schweben. Allerdings traue ich
mich noch nicht tiefer zu schweben. Bis zum "Rasenmähen" wird
es also noch einige Zeit dauern.
Das es immer besser geht erkenne ich daran, dass es mir schon ein paar
mal gelungen ist den Hubi aus kritischen Fluglagen zu retten. Noch vor
ein paar Monaten wäre das der sichere Absturz gewesen. Wenn alles so
weitergeht, kann ich diesen Herbst den X-Treme wieder zum Einsatz bringen.
Die ganze Kunstfliegerei habe ich bisher mit dem Ergo-50 gemacht, der sehr
schön läuft. Wann ich das gleiche mit dem agilen Eco-8 schaffe weiß ich
noch nicht, aber ich werde es in Kürze probieren. Nachdem ich jetzt den
HB30-12 Motor habe, kann ich mich zumindest auf die konstante Drehzahl
verlassen.
Mit dem Eco-8 hatte ich ein lehrreiches Erlebnis. Während relativ
starkem Wind wollte ich einige Flüge vorführen und schwebte in ca. 10m
Entfernung vor mir. Eine Bö erfasste den Eco und drückte ihn stark nach
hinten über unsere Köpfe, das Geschrei der Zuschauer kann man sich
vorstellen! Ich gab voll Pitch und stellte ihn voll gegen den Wind um
wieder von den Leuten wegzukommen. Aber es dauerte einige lange Sekunden,
bis er wieder in Sicherheitsabstand war. Der Eco war zwar zu keiner Zeit
außer Kontrolle, doch hatte mir diese Situation das Blut in den Adern
gefrieren lassen. Man darf wirklich nie vergessen, was für ein leichtes
Fluggerät der Eco-8 nun mal ist. Starker Wind macht mit dem Ding was er
will und ab einer gewissen Windstärke sollte er lieber am Boden bleiben ! |
| Das viele Üben trägt Früchte. Inzwischen
geht der Rückenrundflug sehr schön. Langsam merke ich, wie sich die
Motorik einstellt und die Anspannung geringer wird. Gleichzeitig
verringere ich auch meine Flughöhe und hatte Ende September schon ein
paar Flüge unter 5m Höhe gemacht. Auch das Rückenschweben wird immer
sicherer. In Heckposition traue ich mich bis ca. 3m über den Boden. In
Nasenposition übe ich noch in größerer Höhe, da das noch eine recht
wacklige Angelegenheit ist.
Zusätzlich mache ich die ersten Versuche des Rückwärtsfliegens. Nach
mehreren Trainingsstunden am Simulator klappen schon Rückwärtskreise.
Allerdings noch nicht unter voller Kontrolle. Eher hingewürgt, aber
immerhin. Eine eierförmige Rückwärtsacht habe ich auch einmal
geschafft, zugegeben mit viel Glück. Das ganze brachte mich noch auf die
Idee eine weitere Figur zu probieren: Im Rückwärtsflug beschleunigen,
dann das Heck hochziehen. Sobald der Hubi senkrecht steht, viel negativen
Pitch geben und mit einem halben Außenlooping in den Rückenflug gehen.
Eine mehrfache Aneinanderreihung dieser Figur, habe ich schon mal auf
einem 3D-Video gesehen. Sieht gut aus ! |
| Die folgende Geschichte soll ein abschreckendes
Beispiel für all jene sein, die es immer noch nicht besser wissen als
ich: Der erste Oktober hatte sehr schön begonnen. Das Wetter war trüb
aber trocken, der Flugplatz menschenleer und jede Menge Zeit zum Fliegen. Also begann ich mit dem Sky
Dragon und dem X-Treme meine Runden zu drehen. Ich flog fast 2 Stunden nur
durch das Auftanken unterbrochen. Vor allem übte ich Rundflüge am
Rücken, was inzwischen recht schön geht. Auch in niedriger Höhe (2-3m)
fühle ich mich schon relativ sicher. Angespannt bin ich aber nach wie vor
wenn der Heli mit den Kufen gegen den Himmel schaut.
Und dann passierte es, der Super-GAU-Crash. Eigentlich weiß es jeder
Anfänger aus vielen Helibüchern, aber mir musste es passieren, die reine
Dummheit. Was war geschehen ?
Nach zwei Stunden reiner Flugzeit war ich schon etwas müde und
beschloss eine längere Pause einzulegen, sicher eine gute Idee. Kurz
darauf kamen weitere Modellflieger und Zuschauer auf den Platz und
beobachteten das Geschehen. In dem ganzen Treiben, vergaß ich meine
Müdigkeit und beschloss "noch einen letzen Flug" zu machen. Wie
kann man nur so dumm sein ? Das weiß doch jedes Kind, dass das zur
Katastrophe führen muss.
Also nahm das Schicksal seinen Lauf: Ich flog einige Schwebepirouetten
und Achten. Dann hinauf in den Himmel, ein Turn, mit Voll-Speed hinunter
in einen Looping, es lief alles wie am Schnürchen. Dann eine halbe Rolle
in den Rückenflug und weiter gings mit Kreisen und Achten am Rücken. In
einer Kurve habe ich ihn dann zu langsam gemacht und kam in den
Schwebeflug. Kein Problem, also schwebte ich ca. 3m über dem Boden, mit
den Kufen nach oben. Nach kurzer Zeit wollte ich wieder steigen und gab
Pitch. Aber anstatt zu steigen, sank der Hubi ! Es dauerte nur
weniger als eine Sekunde, bis er im trockenen Feld verschwand. Eine fast
5m hohe Staubwolke füllte den Horizont. Dann war alles still und ruhig
und sowohl Piloten als auch Zuschauer starrten entsetzt auf die Grube im
Erdreich. Der Sky Dragon hat sich mit voller Wucht, mit den Rotorblättern
nach unten, in den Boden gegraben und bot ein Bild des Grauens,
Totalschaden. Das Chassis war in zwei Teile zerrissen und der Rotorkopf
sah aus wie ein Knäuel aus Metall und Erdreich. Unmittelbar nach dem
Crash sah ich auf meinen Sender, der Pitchknüppel war in die falsche
Richtung gestellt. Ich steuerte ihn selbst in den Boden.
Obwohl es sowieso schon jeder weiß, hier nochmals ganz eindringlich:
Mache niemals, absolut niemals, "noch einen letzten Flug"
! |